Parkgebührenskandal oder Geld sparen - koste es, was es wolle PDF Drucken E-Mail
Montag, den 28. Juni 2010 um 15:15 Uhr

In der Aufbereitung des Parkgebührenskandals, bei dem die Stadt Kassel rund 600.000 Euro verloren hat, ist die letzte Runde eingeläutet worden. In ihr geht es um das Disziplinarverfahren gegen einen leitenden Beamten der Stadt Kassel und die Haftungsfrage für die Schäden aus ungenügender Kontrolle. Die Verfahren gegen die Angestellten der unteren Verwaltungsebene waren schon abgeschlossen, ohne dass das Ergebnis in den Grundzügen öffentlich gemacht worden ist.

Im Bericht des auf Antrag der Kasseler Linken.ASG eingerichteten Akteneinsichtsausschuss war als Erklärungsansatz zu lesen: „Zum Verlust des Geldes haben letztendlich die interne Abwicklung der Sollstellung der Einnahmen und die damit verbundene nicht umfassende Überwachung der Geldflüsse geführt.“ Quelle: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 2.7.2007

In der Bewertung der Ursache wurde bisher die mangelhafte Kontrolle der Zahlungen durch die Mitarbeiter benannt. In den tiefergehenden Berichten und Stellungnahmen wurden die ungeeigneten Strukturen zur Sicherstellung der Zahlungen ergänzt. Und in der Medienberichterstattung wurde dann auch mal Herr Witte als Dezernent des Straßenverkehrsamts als „politisch“ verantwortliche Führungskraft gebrandmarkt. Der eigentliche Anlass und der eigentlich Verantwortliche spielte in der öffentlichen Diskussion bisher kaum eine Rolle.

„Ohne den dogmatischen Privatisierungskurs des sozialdemokratischen Kämmerers Dr. Jürgen Barthel wäre ein solch immenser Schaden kaum vorstellbar gewesen.“ so Axel Selbert rechtspolitischer Sprecher der Kasseler Linke.ASG.

Die Kosten für das Einsammeln und Zählen des Geldes aus den Automaten sollte viel billiger als durch die bewerte Arbeit von städtischen Angestellten erlegt werden. So wurden die sicherlich nicht üppig bezahlten Stellen in der Stadtverwaltung eingespart, das mit Kosten verbundene Zählen der Einnahmen vor Ort aufgegeben und die Arbeit an eine auswärtige Sicherheitsfirma zu „geringeren Kosten“ vergeben.

Diese Entscheidung, das widerlegte Dogma „Private können alles besser und billiger“ und die vollkommen unzureichend umgesetzten Strukturen nebst dem Verzicht auf ausreichende Sicherheitsleistungen haben zu dem desaströsen Verlust geführt.

Der Verursacher Dr. Jürgen Barthel ist, mit nicht erkennbar veränderter Grundhaltung, nach wie vor als Sozialkämmerer tätig.

 

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